Europa ein Zuhause geben

© Kati Szilágy

Ein Planspiel zur Europäischen Kulturpolitik des ifa - Institut für Auslandsbeziehungen: Die Europäische Union ist in der Krise. Statt Solidarität und Gemeinsinn dominieren Eigennutz und Besitzstandswahrung den Diskurs unter den Mitgliedsländern. Nach innen wie nach außen ist das Projekt EU so wenig attraktiv wie nie zuvor. Darum will die Europäische Kommission den ganz großen Wurf wagen: Eine neue gesamteuropäische Idee muss her.

Die Praktikantin des portugiesischen Kommissars für Kultur macht einen verblüffend einleuchtenden Vorschlag. Die kroatische Kommissionspräsidentin ist angetan und will einen Versuch wagen. Doch als sie den Vorschlag im Europäischen Rat vorstellt, entbrennt eine heftige Diskussion. Die Außenministerinnen der Visegrád-Staaten plagen Zweifel. Die Niederlande wollen jegliche weitere Entscheidungsbefugnisse für Brüssel blockieren. Frankreich unterstützt das Projekt, erwartet aber eine angemessen prominente Rolle für die Grande Nation. Litauen will keineswegs noch mehr Dominanz der größeren Mitgliedsstaaten. Schweden macht alles mit, sofern auch "was Ökologisches" eingebaut wird. Die britische Ratsvertreterin hört nicht zu, weil sie die ganze Zeit auf den schicken Volontär aus der spanischen Delegation schielt.

Landet die pfiffige Idee einer jungen EU-Novizin in der Rundumablage der Geschichte? Oder absolviert die Initiative erfolgreich den Weg durch die Brüsseler Gremien und wird europäisches Gesetz? Organisation und Prozesse der Europäischen Union und ihre Institutionen sind komplex und nicht immer leicht verständlich.

Das Planspiel "Europa ein Zuhause geben" führt die Teilnehmenden am Beispiel des jungen europäischen Politikfelds Kultur in die Wirkungsweise dieser Maschinerie ein. Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle von Kommissionspräsident/-in, EU-Kommissarinnen und -Kommissaren oder Außenministerinnen bzw. Mitgliedern des Europäischen Rats. Sie lernen die legislativen Abläufe der Union kennen und versuchen sich im schwierigen Balanceakt zwischen nationalen und europäischen Interessen. Und wenn alles gut läuft, geben sie der Europäischen Union gemeinsam eine spannende neue Vision – und ein konkretes Projekt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.